Fanny Hensel

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Fanny Hensel , geb.Mendelssohn Bartholdy ( 1805-1847)

hat als Pianistin überwiegend Kompositionen für Klavier geschrieben. Viele davon entstanden während und nach ihrer Italienreise, die sie zusammen mit Ihrem Mann,dem Berliner Hofmaler Wilhelm Hensel von September 1839 bis August 1840 unternahm. Sie präsentierte ihre und andere Werke in den legendär gewordenen“ Sonntagsmusiken“ im eigenen Berliner Haus. Sie selbst gab später gegen den Widerstand ihres Bruders Felix einige als „ Melodies pour le piano“heraus. Durch den unerwartet frühen Tod blieb ihr die weitere Edition verwehrt. Da zudem viele ihrer Werke schließlich verschollen oder vergriffen waren,konnten sie erst durch die Gründung des Mendelssohn-Archivs bei der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz in Berlin 1965 der wissenschaftlichen Forschung zugänglich gemacht werden. So sind mit dieser Aufnahme Stücke wie „Serenata“ und „Villa Medicis“ aus W.Hensels „Reisealbum“ zu hören,die erstmals 1997 in einer „Erstausgabe“ publiziert wurden. Nach ihren eigenen Tagebuchaufzeichnungen und Briefen gehörte ihre Italienreise zur glücklichsten und schöpferischsten Zeit ihres Lebens. Das lassen ihre schriftlichen Zeugnisse, vor allem aber ihre vielfältige, schwärmerische Musik sehr lebendig werden.

Aus einem Tagebucheintrag im Juli 1840 ist zu entnehmen:
O du schönes Italien! Wie reich bin ich innerlich durch dich geworden! Welch einen unvergleichlichen Schatz trag ich im Herzen zu Haus! Wird auch mein Gedächtnis recht treu sein?  Werde ich so lebhaft behalten wie ich empfunden?

Und in einem Brief an ihre Schwester Rebekka im April 1840 heißt es:
„Ich habe in der letzten Zeit mehreres komponiert und meinen Klavierstücken , die ich hier gemacht, Namen von hiesigen Lieblingsplätzen gegeben, teils sind sie mir wirklich an den Orten eingefallen, teils habe ich sie im Sinn dabei gehabt, und es wird mir künftighin ein angenehmes Andenken sein, eine Art von zweitem Tagebuch . Glaube aber nicht, daß ich sie beim Vorspielen so nenne, das ist bloß fürs Haus.“

Im Juni 1840 schreibt sie:
„Einen so himmlischen Abend habe ich vielleicht noch nie gesehen als diesen letzten in Rom; ich möchte gern etwas davon aufschreiben, mir selbst zur lebhaften Erinnerung, aber ich weiß es nicht anzufangen. Das reine Gold hinter St.Peter , das glühende Violett der Albanergebirge und die unbeschreiblich reiche und große Tonung der Luft und aller Gegenstände zwischen diesen beiden Punkten, was soll man davon sagen!“

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